Ortsgeschichte Ahrain

Geografische Lage

Der Ort Ahrain mit den Ortsteilen Oberahrain, Unterahrain und Ohu liegt in Niederbayern circa 8 km östlich von Landshut an der ehemaligen B11 zwischen Landshut und Dingolfing.
Ahrain gehört zum Markt Essenbach.


Der Schulsprengel umfasst

Gaden, Ohu, Oberahrain, Unterahrain, Mettenbach, Oberwattenbach und Unterwattenbach sowie Ober- und Unterröhrenbach.

Freibad Oberahrain
Freibad Oberahrain
Pfarrkirche Sankt Erhard
Pfarrkirche Sankt Erhard
Rathaus Essenbach
Rathaus Essenbach
 

Geschichtlicher Rückblick: Ohu / Ahrain

Die ehemalige Gemeinde Ohu-Ahrain liegt an einer uralten Straße von Landshut nach Passau zwischen der Isar und dem Moos auf sandig-kiesigem, wenig fruchtbarem Boden. Eine Anzahl von Schwaigen bildete schon in vergangener Zeit eine circa 6 km lange Kette. So war das Leben der Menschen bestimmt durch das Wasser (Fischfang, Flößerei, Mühlen, Wasserkraft und Hochwasserkatastrophen), durch die Straße (Wirtshäuser, Raststätten) und durch das Moor (Viehzucht und Torfgewinnung). Diese Arbeit, in deren Mittelpunkt der Mensch mit seinen Sorgen und Problemen steht, zeigt die Bewohner in ihrer Abhängigkeit von der Topographie des Ortes.

Die Ortsnamen stammen von den Bajuwaren

Noch die alten Kartenaufnahmen des 19. Jahrhunderts machen mit ihren zahlreichen Isararmen und Wasserläufen begreiflich, dass "Wasser" und "Wasserlauf" so bezeichnend für dieses Gelände waren, dass die Benennung der neugegründeten Hofstellen das alte germanische Wort für Wasser "aha" oder "ahu" enthalten mussten. "Ahu" heißt also Wasser oder wasserreiches Gelände, wozu wir heute noch "Au" sagen; dieses "Au" ist aus "Ahü" im Lauf der Zeit aufgrund von Ausspracheveränderungen entstanden. Es ist interessant, nun festzustellen, dass die älteste Namensnennung von Ohu im Jahr 822 tatsächlich "Ahu" lautet. Von dieser Grundform gehen alle späteren Abwandlungen des Namens aus, die durch lokale und sicher auch individuelle Aussprachebesonderheiten und insbesondere durch willkürliche Schreibungen entstanden sind. So verführte die dunkle Aussprache des "a" durch die Altbayern schon früh zur Schreibung O(c)h (14.Jahrhundert), wie wir sie ja auch anderwärts, z.B. im Bayerischen Wald als Flussname "Ohe" haben. Auch im 16.Jahrhundert gebrauchte Apian in seiner Landesbeschreibung die Form "Och", also Ache, was für die damalige Zeit nicht unbedingt abzustreiten ist.
Von "Ohu, Och" ist durch weitere volkstümliche Verkürzung sprachlich nicht mehr weit zur Aussprache "Ou", für Ohu, was Fremde, denen schon die geschriebene Form äußerst rätselhaft erscheint, dann vollends schockiert. Aber das Bayerische hat eben seine eigenen Sprachgesetze, die wissenschaftlich zu begründen sind und die ebenso bewahrenswert sind wie ein archäologischer Fund.
Ähnlich enthält auch der Ortsname Ahrain das Grundwort "ah(u)" für Wasser und bedeutet eine langgezogene Erhebung am Bach oder Fluss. Ums Jahr 1230 finden wir die Form Ahbach, 1261 bereits Ahrain, das dann im 14.Jahrhundert Achrain geschrieben wird. In Anlehnung an Zusammensetzungen mit "-ach" gibt es im vorigen Jahrhundert auch die Form "Arrach", die aber vernünftigerweise wieder aufgegeben wurde.
Jedenfalls spielten grundsätzlich in diesem Ortsbereich immer wieder Wassernamen eine Rolle, was auch in Flurbezeichnungen wie Au und Schwarzau zum Ausdruck kommt.

Eingliederung der Gemeinde Ohu - Ahrain

Im Jahre 1977 wurde die Gemeinde Ohu - Ahrain durch die Regierung von Niederbayern in die Gemeinde Essenbach eingegliedert.